Schloss und Städtchen - Rudolstadt Am Samstag, dem 8. September war es wieder soweit:  die traditionelle Heimatkundefahrt unseres Vereins – gleichzeitig ein Dank an die aktiven Mitglieder – startete bei bestem Sommerwetter in Richtung Rudolstadt mit Schloss Heidecksburg. Erste Station für die 40 Teilnehmer/innen war Schloss Heidecksburg. Nach ersten Blicken und Aussichten über die Stadt und in den Schlosshof empfing uns ein junger Edelmann, der als Page dem Schlossherren zu Diensten und somit als bestens informierter Insider sehr viel aus dem Leben seiner Durchlaucht und der damaligen Zeit zu berichten wusste. Beim Gang durch die prunkvollen Festräume gab er so manche Anekdote und viel Wissenswertes zum Besten. Das Schloss Heidecksburg – die ehemalige Residenz der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt - bestimmt noch heute das Stadtbild mit seiner Lage ca. 60 m über dem Altstadtkern. Einige Vorgängerbauten brannten im Laufe der Jahrhunderte ganz oder teilweise aus. 1737 begannen die Bauarbeiten für den Wiederaufbau der neuen barocken Residenz. Der endgültige Fertigstellungstermin wird auf einer Tafel mit 1786 angegeben. Allerdings wurde am Nordflügel und im Osten des Südflügels noch fast bis 1810 gearbeitet. Im Laufe der Jahre wurden auch immer wieder Umbauten und Veränderungen entsprechend des sich ändernden Zeitgeschmackes vorgenommen, so dass man verschiedene Stilepochen erkennen kann. Bei unserem Gang durch die Festräume – u.a. Roter Saal, Festsaal, Grüner Saal, Weißes Zimmer und Bänderzimmer bewunderten wir die prunkvolle Ausstattung und erfreuten uns an so mancher Geschichte – von dem Pagen sehr amüsant dargeboten. Er wurde für die informative und kurzweilige Führung mit Beifall belohnt. Anschließend blieb noch Zeit die Porzellangalerie, die Ausstellung „Rococo en miniature“ oder den großzügigen Schlosshof und die darunter liegenden Terrassen zu bewundern. Nach so viel Kultur war Stärkung angesagt. Im „Thüringer Hof“ in Rudolstadt war für uns zum Mittagessen reserviert. Dank Vorbestellung wurden wir schnell und freundlich mit Getränken und Speisen versorgt, so dass wir rundum zufrieden und termingerecht die nächste Etappe in Angriff nehmen konnten. Unsere beiden Stadtführerinnen holten uns am „Thüringer Hof“ ab und nach wenigen Schritten waren wir in der Altstadt von Rudolstadt. Die ehemalige fürstliche Residenzstadt wurde 776 erstmals urkundlich erwähnt und hat seit 1326 Stadtrecht. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die ursprüngliche „Neustadt“ zur „Alten Neustadt“ und die „Neue Neustadt“ bebaut. Eine kulturelle Blütezeit brachte das 18. und 19. Jahrhundert der Stadt, als hier zahlreiche Künstler lebten und arbeiteten. Auch Friedrich Schiller weilte oft in der Stadt und  lernte hier seine spätere Frau Charlotte von Lengefeld kennen. Neben dem Schloss Heidecksburg ist Rudolstadt bekannt durch die Anker-Steinbaukästen der Firma Richter und seine Porzellan-Manufakturen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Rudolstadt-Schwarza zu einem Zentrum der chemischen Industrie in der DDR. Mehr als 6000 Beschäftigte fanden im damaligen Chemiefaserkombinat „Wilhelm Pieck“ Arbeit. Nach 1990 ging durch den Wegfall dieser Arbeitsplätze und der in der Zulieferindustrie die Einwohnerzahl erheblich zurück. Heute stellt die ehemalige Residenzstadt durch ihre reizvolle Lage und die lebendige kulturelle Tradition einen besonderen touristischen Ausgangspunkt dar. Auch das Wirken berühmter Dichter und Gelehrter wie Schiller und Goethe, Fichte, Humboldt und Schopenhauer, der Musiker Richard Wagner, Franz Liszt und Paganini sowie des Pädagogen Friedrich Fröbel sind in der Stadt und ihrer Umgebung gegenwärtig. Die liebevoll restaurierten Gebäude machen den Bummel durch die Straßen und Gässchen der Altstadt zu einem Erlebnis. Während unseres Rundganges besuchten wir auch die Die Stadtkirche "St. Andreas". Diese  ist eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche. Sie entstand in den Jahren 1463 bis 1475 durch Umbau einer bereits aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirche. Im Chor erinnert eine Grabplatte an Gräfin Katharina, die mit ihrem berühmten Ausspruch "Fürstenblut für Ochsenblut" im Jahre 1547 Herzog Alba entgegentrat und als "die Heldenmütige" in die Geschichte einging. Im oberen Glockenstuhl hängt die 1499 gegossene Glocke Osanna, von deren Inschrift Friedrich Schiller 1788 nach einem Turmaufstieg die Anregung für eines seiner bekanntesten Werke – das "Lied von der Glocke" erhalten haben soll. Nach fast 2 Stunden verabschiedeten wir uns von unseren beiden Stadtführerinnen, die uns sehr engagiert ihre Stadt nahe gebracht hatten. Das Eiscafé am Markt war dann das erklärte Ziel der Meisten von uns, und so ließen wir die Zeit in Rudolstadt hier gemütlich und genussvoll ausklingen. Pünktlich trafen alle wieder am Bus ein, und so konnten wir die Heimfahrt mit unserer Busfahrerin Rosi von Först Reisen starten. Im „Zapfengrund“ Schönau war zum Abendessen reserviert. Nach dem leicht abenteuerlichen Weg über die Baustelle an der Hörsel ließen wir dort den Tag bei Essen und Trinken ausklingen. Zufrieden nahmen wir dann das letzte kleine Stück unter die Räder und landeten wieder sicher und mit vielen neuen Eindrücken im heimatlichen Krauthausen. Christine Mayer-Bartsch Bilder von der Fahrt 
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